Alles bleibt Anders
-
dies
war das Leitthema
des
5. Klaus Kanter Forums,
das
alljährlich im Zentrum der
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum)
der Johann Wolfgang
Goethe-Universität Frankfurt am Main stattfand.
Wie jedes Jahr begrüßte Klaus Kanter mit
gewohnter Herzlichkeit die Gäste, Referenten und Aussteller der
dem Forum angegliederten Fachausstellung.
Dann übernahm der
Hausherr des Carolinum, Professor Dr. Hans Christoph Lauer die
Moderation.
ZTM Klaus Kanter

Prof. Dr.
H.- Chr. Lauer
Alles
bleibt anders
-
der
Titel versprach Rückblick und Vorausschau zugleich.
Und so war es dann auch.
Die Referenten, die
aus Labor Industrie und Wissenschaft
kamen, zeigten
unisono auf, daß man vor der beruflichen, fachlichen
und/oder unternehmerischen
Zukunft keine Angst zu haben braucht, denn es geht nicht darum,
Erfolgreiches, Bewährtes und
Gutes über Bord zu werfen und panisch auf den Zug
der neuen Technologien und Computerprogramme zu
springen.
Handwerk
bewahren, Innovationen nutzen
– ist die
Zukunft digital
war denn auch das Thema des
ersten Referates, dem sich Zahntechnikermeister
und Laborinhaber Kurt
Reichel aus Hermeskeil annahm.
Die neuen, digitalen
Technologien, so revolutionär und fast beängstigend "selbständig"
sie auch sind, können nur dann beherrscht
werden,
wenn der Techniker über ein
profundes Fachwissen
verfügt, denn gewisse, essentielle Entscheidungen müssen und
können nur von ihm allein getroffen werden. Es
wird immer eine Symbiose zwischen
fachlichem Können und Entwicklung von moderner
Technologie und Werkstoffen sein.
Auch die Möglichkeiten der
Präsentation eines Labors, die sich durch das Internet heute
bieten, Kundenbindung und
Patientenaufklärung nahmen einen wichtigen Platz im Referat
ein.
Als Fazit kann man sagen,
daß die Weiterentwicklung der Technologie zwar Anpassung
und Umstellung erfordern, gleichermaßen aber
auch zum individuellen Vorteil des
Labors gereichen können.
ZTM Kurt
Reichel
Die
Zukunft hat bereits begonnen – Aussichten für Unternehmer und
Unterlasser
Axel Rubner, ein Mann der Dental – Industrie
beeindruckte mit Zahlen und Statistiken. Er stellte fest,
daß sich
in den letzten 20 Jahren die Laborlandschaft grundlegend
geändert hat; Großlabors mit mehr als 50 – 100 Mitarbeitern gibt es
nur noch ganz
vereinzelt, heute
arbeiten in einem durchschnittlichen Labor zwischen 5 – 10 Techniker.
Eine andere Statistik, die aufhorchen ließ, war das
Einkommensranking für Zahnärzte: rangierten die
Zahnärzte vor 10 Jahren noch auf Platz 2
der
Einkommensliste, direkt hinter den Radiologen, so finden sie sich
heute auf Platz 11!
Wie man dem entgegenwirken kann, weil die
Bevölkerung bereit sei, 16 Milliarden Euro pro Jahr
aus eigener Tasche zusätzlich für die eigene Gesundheit
auszugeben, zeigte Herr Rubner eindrucksvoll
auf. Ein wesentlicher Aspekt, die Umsatzsituation in
der Zahnarztpraxis wie auch im Labor zu verbessern,
ist die Fokussierung auf eine
umfassende Patientenberatung; Rubner nannte dies den Wechsel vom
nachfrage- zum anbieterorientierten Markt. Auch die Notwendigkeit einer Internet
Repräsentanz unterstrich Herr Rubner; schließlich belegen Statistiken,
daß sich bereits 70% der
Erwachsenen im Internet bewegen und orientieren und dies mit stark
steigender Tendenz. Darüber hinaus gab Herr Rubner noch eine Fülle von
Hinweisen, Tipps und Anregungen,
was sowohl Zahnarzt und
auch das Labor tun können,
um über Service und Beratung den vorhandenen Patientenstamm
halten zu können und neue Patienten hinzuzugewinnen.

Axel
Rubner
Nach diesem interessanten Vortrag war es an der
Zeit, das Gehörte bei einer kleinen Erfrischung, an einem vorzüglichen
kalten Buffet zu verarbeiten oder mit Kollegen zu reflektieren. Gleichzeitig konnten sich die
Besucher auf der dem Forum angegliederten Fachmesse
über die neuesten Produkte und Technologien informieren.
Weichgewebsmanagement um Implantate –
Teil eines modernen Qualitätsmanagement
in der endossalen Implantologie
Nach der ausgiebigen Pause wurde es
wissenschaftlich. In Vertretung des gesundheits-bedingt
verhinderten Prof. Dr. Dr.
Wagner, Mainz, referierte Herr Dr. Robert Noelken, Lindau und Mainz –
eine ausgewiesene Koryphäe auf
dem Gebiet der Implantologie und Endodontie.
Dr.
Robert Noelken
Das Ziel der modernen Implantologie sei, so Dr.
Noelken, periimplantäre Knochen- und Weichteilstrukturen zu erhalten.,
um somit langfristig eine gesunde Situation der Mucosa
zu erzielen, die ästhetisch
ansprechend ist. Anhand von verschiedenen Patientenfällen
dokumentierte Dr. Noelken mit eindrucksvollen Bildern seine
außerordentlich positiven Erfahrungen, vor allem auch unter Verwendung eines neuen Typs von Implantaten,
den OsseoSpeed
TX Profile Implantaten der Firma AstraTech, die speziell für den
schräg atrophierten Kieferkamm entwickelt wurden.
Alles
bleibt anders – das Dental Labor 2012
Den letzten Vortrag bestritten ein Zahnarzt und
ein Zahntechnikermeister als Team gemeinsam:
Dr. Braß, Ingelheim und
ZTM Lubberich, Koblenz.
Und hierin lag auch der Schwerpunkt des
Referates: Was können Zahnarzt und Labor tun,
um gemeinsam zu agieren und voneinander zu
profitieren, zum Wohle des Patienten?
Aus Sicht des Zahnarztes steht die
Patientenberatung an allererster Stelle; das Schreckgespenst
der
Bezuschussung besteht bei den Patienten mittlerweile nicht mehr, so
Dr. Braß. Der Patient ist heutzutage gut informiert und
durchaus bereit, für seine Gesundheit
und Versorgung privat
hinzuzuzahlen.

v.l.n.r.
Dr. Braß, ZTM Lubberich
Neben der Notwendigkeit, Patienten umfassend zu
beraten,
wird es zu einem
guten Teil die Aufgabe des zahntechnischen Labors sein, den
Zahnarzt über neue Fertigungsverfahren und Technologien, speziell auf dem digitalen
Sektor zu informieren und zu beraten, so ZTM Lubberich. Anhand
eines Rückblick - Momentaufnahme - Prognose - Schemas beleuchteten
die Referenten die verschiedenen zahnarzt- und laborrelevanten
Bereiche: Patient, Technologie,Industrie, Gesundheitswesen, Marketing.
So sei als unbedingte Notwendigkeit sowohl für Zahnarzt als
auch für das Labor z. B. eine Präsenz im Internet zu sehen, betonten
beide einstimmig. Sehr
interessant war die Prognose von ZTM Lubberich , daß die Fertigung von
Zahnersatz im Ausland zurückgehen wird, speziell wenn sich das Labor
auf seine Einzigartigkeit besinnt und diese in der Lage ist, dem Zahnarzt gegenüber
zu dokumentieren und sich als wertvoller, die Zukunft sichernder
Partner darzustellen. Unter diesem Teamgedanken zogen sie das Fazit:
"Zukunftsangst ist ein
Denkfehler".
Die Referenten

v.l.n.r.
Dr. Braß, ZTM Lubberich, ZTM Reichel, A. Rubner, Dr. R. Noelke
Impressionen des 5. Klaus Kanter Forums
Dentalausstellung und Beisammensein

AstraTech mit seinem neuen Implantat Osseo Speed TX
Profile
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Klaus Kanter informiert sich bei Bredent

Eine "Schlacht" ums kalte Buffet gab es nicht - es war
reichlich da

v.l.n.r. Vordergrund: ZTM K. Reichel, Obermeister M. Heckens,
Präsidiumsmitglied ZTM H. Stirn

Präsidiumsmitglied ZTM H. Stirn im Gespräch mit GF. ZTI Rhein-Main
Dieter Richter

v.l.n.r.:
ZTM Klaus Kanter mit Referent A. Rubner
im Hintergrund
Obermeister M. Heckens mit Journalistin Jutta Noll, DZW
Alles bleibt anders
eines bleibt unverändert - das Ziel der Klaus
Kanter-Stiftung, die Förderung der meisterlichen Ausbildung und
Qualifikation im Zahntechnikerhandwerk
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